Todesfall oder Messi-Wohnung? Wir helfen bei der Reinigung!

Ratgeber

Das Messie-Syndrom erkennen und behandeln – Ein praktischer Ratgeber für den Alltag

May 14, 2025

ruhrpott cleaner silvia 2

Silvia Torberg

Tatortreinigerin

tatortreinigung ruhrpott cleaner

Hallo liebe Leser,

wir sind Silvia und Jens, Gründer der Marke „Die Ruhrpottcleaner“.

Zusammen reinigen wir, was keiner sehen will und helfen betroffenen Menschen mit dem Messie-Syndrom, nach einer Entrümpelung und desinfizierenden Grundreinigung neu durchzustarten.

Nach vielen Reinigungen von Messiewohnungen möchten wir an dieser Stelle einen kleinen Ratgeber für den Umgang mit dem Messie-Syndrom schreiben. Vielleicht hilft er Ihnen als betroffene Person, vielleicht interessiert es Sie einfach, darüber zu lesen oder Sie sind mit einer komplett anderen Intention hier gelandet.
Wir hoffen jedenfalls, Sie bekommen einen kleinen Einblick in unsere tägliche Arbeit und können danach etwas besser verstehen, was das Syndrom so heimtückisch macht und wie sehr Betroffene darunter leiden.

Übrigens: Der Messi ohne das „e“ spielt ziemlich erfolgreich Fußball. Uns geht es um den Messie mit angehängtem „e“.

Eines ist uns noch wichtig, bevor wir in das Thema einsteigen. Wir sind weder Ärzte noch Psychiater oder offizielle Fachkräfte, die medizinisch beraten können. Wir möchten versuchen, mit unserem Beitrag ein bisschen die Vorurteile abzubauen und ein bisschen Mut zu machen, etwas zu ändern.

Aus vielen Kontakten wissen wir, dass viele Betroffene sich sehr schämen und oftmals selber erkennen, dass sie ein Problem haben.

Wir versichern Ihnen: Kein Problem kann so groß sein, dass es nicht gelöst werden kann!

1. Definition des Messie-Syndrom

Schaut man sich im Internet einmal etwas gezielter um, gelangt man relativ schnell zu medizinischen Fachseiten, in der das Messie-Syndrom als Zwangsstörung definiert ist.

„Personen mit Messie-Syndrom fällt es dauerhaft so schwer, sich von Dingen zu trennen oder sie zu entsorgen, dass sich die Gegenstände ansammeln und den Wohnraum so sehr zustellen, dass er nicht mehr nutzbar ist.“

Unserer Erfahrung nach greift aber diese Definition etwas zu kurz. Fast jeder Mensch sammelt gerne Dinge.
Kein Wunder, liegt das „jagen und sammeln“ ja auch in unserer Natur.

Wir persönlich haben eine ganze Weile Sportzeitschriften gesammelt oder besser gesagt verwahrt, um im Zweifelsfall nochmal nachschlagen zu können oder mich inspirieren zu lassen bei der Erstellung eines neuen Trainingsplans.

Aber waren wir deswegen direkt ein Messie? Auf gar keinen Fall! Wie so oft im Leben ist es hier das Verhältnis. Ein paar Zeitschriften oder ein paar Sammelfiguren machen aus einem Menschen noch keinen Messie. Auch die ältere Generation, die noch gelernt hat, dass bspw. auch alte Joghurtbecher noch wiederverwendet werden können, sind nicht sofort Messies.
Daher muss die Definition etwas erweitert werden.

2. Definition einer Zwangsstörung

Auch hier lässt sich nach recht kurzer Recherche folgendes finden:

„Zwangsvorstellungen sind Gedanken, die dem Betroffenen nicht aus dem Kopf gehen, selbst, wenn er möchte. Das können Sorgen, Vorstellungen, Bilder oder ein Drang sein, etwas zu tun ( oder eben nicht zu tun! ) Eine Zwangsvorstellung macht Sie in der Regel ängstlich und unbehaglich.

Eine Zwangshandlung ist ein starker Drang, etwas immer wieder zu tun, obwohl Sie das nicht möchten oder glauben, dass Sie es nicht tun sollten. Eine Zwangshandlung ist häufig eine Aktivität, die die Angst löst, die sich hinter einer Zwangsvorstellung verbirgt. Wenn Sie zum Beispiel besessen von Krankheitskeimen sind, können Sie den Zwang haben, ihre Hände mehrmals täglich zu waschen, selbst, wenn sie nicht schmutzig sind.

Die Zwangsstörung ist eine psychische Störung, die entweder Zwangsvorstellungen, Zwangshandlungen oder beides betrifft.“

Mit dieser Definition haben wir dann auch das grundlegende Problem. Ein Messie sammelt zwanghaft Dinge oder Gegenstände, hortet diese und kann sich partout nicht von diesen Gegenständen trennen. Im Gegensatz zum interessierten Sammler ist das Horten unkontrolliert, wahnhaft und bestimmt bzw. beeinträchtigt das restliche Leben.

Genau hier beginnt dann der Teufelskreis und mit der Zeit wird die Wohnung immer voller und voller, bis letzten Endes dann fast kein Platz mehr für den Alltag vorhanden ist.

Für uns als Ruhrpottcleaner geht die Definition aber sogar noch ein Stückchen weiter. Für uns ist es elementar wichtig, was genau der Messie hortet.

Zeitungen oder Zeitschriften sind am Ende natürlich wesentlich einfacher zu entsorgen als überlagerte Lebensmittel oder eine riesige Sammlung von Glasvasen.

Letztendlich ist für uns die Kategorisierung entscheidend, da wir unsere Schutzmaßnahmen festlegen müssen.
Während das Papier meistens nur etwas staubig ist, können insbesondere Lebensmittel schimmeln und dadurch Ungeziefer und Schädlinge anziehen. Das erfordert von uns am Ende ganz andere Maßnahmen – bei einem derartigen Einsatz dürfen wir nur in Vollschutz arbeiten, den Müll im Container sammeln und schlussendlich der Müllverbrennung zuführen.

Dazu habe ich hier noch etwas ausführlicher geschrieben.

3. Das Messie-Syndrom: Behandlung

Fast jeden Tag erreichen uns Anrufe von Menschen, die unseren Rat suchen und unsere Hilfe benötigen. Sehr oft sind es Angehörige, die erkannt haben, dass jemand aus der Familie unter dem Messie-Syndrom leidet und nicht mehr alleine aus dem Teufelskreis ausbrechen kann.

Manchmal sind es aber auch die Menschen selber, die erkennen, dass sie am Messie-Syndrom leiden und nicht mehr wissen, was sie tun sollen.

Zuallererst: Es ist absolut keine Schande, sich externe Hilfe zu holen. Im Gegenteil, es gehört eine ganze Menge Mut dazu! Vielen Betroffenen fällt gerade dieser Schritt extrem schwer.

Hier können wir mit unserer Erfahrung eines versprechen: Niemand wird Sie an dieser Stelle verurteilen oder auslachen. 

Wir benötigen für unsere Angebot immer einen Besichtigungstermin vor Ort oder zumindest Fotos, damit wir eine Einschätzung vornehmen können. Wir wissen, dass genau dieser Punkt der allerschwerste ist. Aber nur, wenn Sie sich mit der Ist-Situation auseinandersetzen, können wir etwas daran ändern.

Zusätzlich empfehlen wir immer eine zusätzliche Therapie. Das mag auch hier erstmal hart und erschreckend klingen ( jetzt mal Hand aufs Herz: Wer gibt schon gerne zu, dass er eine Therapie benötigt? ), ist aber elementar entscheidend für den späteren Erfolg und den Start in ein neues Leben.

Wie schon geschrieben, wir sind keine Ärzte oder Psychiater, aber wenn die Zwangsstörung nicht behoben wird, nutzt unterm Strich auch der Einsatz der Ruhrpottcleaner nur bedingt etwas. 

In einem späteren Blogbeitrag werden wir noch Anlaufstellen zusammentragen für das Ruhrgebiet. Stand heute ( April 2025 ) ist diese aber noch nicht fertig.

5. Konkrete Maßnahmen

Aus vielen Gesprächen wissen wir, dass die Betroffenen sich einen „Maßnahmenkatalog“ wünschen, um bei der Behebung des Problems eine Orientierung haben.

Aus unserer Erfahrung heraus haben wir für Sie eine kleine Orientierungshilfe zusammengestellt. Es gibt keine einfache Kardinalslösung und wir können Ihnen von vorneherein sagen, dass der Weg definitiv nicht einfach wird.

Der Mensch ist und bleibt in seiner Struktur ein Gewohnheitstier und gewöhnt sich nur sehr langsam und allmählich an neue Begebenheiten. Fragen Sie jeden Raucher, wie „leicht“ es ist, mit dem rauchen aufzuhören.

Natürlich wird man vermutlich auch hier auf einen Zeitgenossen treffen, der das alles nicht so schlimm findet, der Ihnen vermutlich sagen wird „das Sie sich zusammenreißen sollen“ und „einfach mal aufräumen sollen“. Schließlich ist es ihm ja auch gelungen ( hier bitte einfach irgendwas einsetzen, wie bspw. rauchen, viel Alkohol trinken etc. ), sich selbst zu helfen.

Auch das haben wir schon mehr als einmal gehört und können darüber nur den Kopf schütteln. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, was es wirklich heißt, am Messie-Syndrom zu leiden und in einer Spirale gefangen zu sein, aus der es alleine kein Entkommen gibt.

Maßnahme 1:Wenden Sie sich an einen Experten

Hören Sie nicht auf die Besserwisser! Nicht umsonst gibt es Experten auf dem Gebiet, die das Problem und das Bedürfnis wirklich verstehen. Kluge Sprüche bekommt man heutzutage zuhauf, eine Anpackermentalität und wirkliches Verständnis dahingegen eher selten.

Maßnahme 2: Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Machen Sie von sich und Ihrer Umgebung eine schonungslos ehrliche Bestandsaufnahme.

Ja, es ist fies und kann auch wirklich verflucht weh tun an der Stelle. Es ist absolut nicht einfach und erfordert eine Menge Überwindung, sich seiner eigenen Probleme zu stellen.

Auch hier bitte Hand aufs Herz: Was haben Sie zu verlieren? Oftmals wird das Problem erst hier richtig erkannt. Wir wetten, dass Sie auch viele Dinge finden werden, die Sie schon Monate oder gar Jahre nicht mehr benutzt haben oder unter Umständen gar nicht wissen, was unter einem Müllhaufen zu finden ist.

Schreiben Sie es auf, machen Sie Fotos, und vor allem: Stellen Sie sich vor und benennen, wie es einmal ausgesehen hat und wieder aussehen soll.

Maßnahme 3: Reden, reden, reden

Holen Sie sich externe Unterstützung. Je nachdem, was die Bestandsaufnahme gebracht hat und in welcher persönlichen Situation Sie sich befinden ( deswegen die schonungslose Ehrlichkeit im zweiten Abschnitt ), brauchen Sie Unterstützung.

 

Auch hier erleben wir ganz oft, dass sich über die Zeit eine Depression entwickelt hat oder der Ist-Zustand gerade ziemlich verfahren ist. Viele Messies fühlen sich allein, im Stich gelassen oder sind von Antriebslosigkeit aufgrund vermeintlicher Ausweglosigkeit befallen.

 

Wir empfehlen, alles das, was Sie in der zweiten Maßnahme erarbeitet haben, auch der externen Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Je mehr Informationen vorhanden sind, desto zielgerichteter kann auch die Unterstützung gewährleistet werden.

Maßnahme 4: Der erste Schritt

Wenn Sie die ersten Maßnahmen getroffen haben, legen Sie einen konkreten Termin fest, den Sie sich dick und fett im Kalender notieren. Sie kenne sicherlich den Spruch:

“Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.”

Genau diesen ersten Schritt legen Sie mit einem konkreten Termin fest und beginnen die Reise in eine aufgeräumte, saubere und ordentliche Zukunft.

Maßnahme 5: Die Zeit des Wandels

Während der Arbeiten kann es durchaus sein, dass Sie sich sehr unwohl fühlen und vielleicht auch ein wenig schämen. Aus unserer Erfahrung können wir nur sagen, dass diese Gefühle völlig normal sind und wie jedes Gefühl eine Daseinsberechtigung haben. Wie schon geschrieben, ist der Weg nicht einfach und kann auch sehr schmerzhaft sein.

Wir können Ihnen eins versichern: Egal, wie verworren und heftig die Situation gerade sein mag – es gibt nichts, was man nicht wieder hinbekommen kann.
Auch wenn jetzt gerade im Augenblick alles ausweglos erscheint – Sie glauben gar nicht, was wir alles schon gereinigt bekommen haben und wie vielen Menschen wir zu einem neuen Start verholfen haben.

Trauen Sie sich und melden sich gerne bei uns. Wir sind für Sie da.

Maßnahme 6: Den Weg beibehalten

Die Wohnung ist wieder sauber und ordentlich: Und nun? 

Viele Menschen mit dem Messie-Syndrom sind an der Stelle ebenfalls erstmal überfordert und wissen mit der neuen Situation nicht umzugehen. Unter Umständen war die Wohnung viel zu lange zugemüllt, hat unangenehm gestunken und es herrschte keine Ordnung.

An dieser Stelle können wir Ihnen nur zu einer Verhaltenstherapie raten, evtl. eine Selbsthilfegruppe, Freunde oder Familie.

Ein Messie hat es verlernt, Ordnung zu halten und für sich selbst einzustehen. Manchmal fehlt die Selbstachtung, manchmal nimmt das Gefühl der “Aufschieberitis” (Prokrastination) überhand.

All das kann man aber wieder erlernen. Je nachdem, welcher Typ Sie sind, hilft vielleicht ein Selbstlernkurs, eine externe Hilfe oder ganz etwas anderes. Das wissen im Endeffekt nur Sie selbst – wir sind uns sicher, dass Sie den Weg bis zum Ende gehen, wenn Sie ihn einmal angefangen haben.

Falls Sie bis hierhin gelesen haben und noch offene Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir versprechen Ihnen, dass wir für jedes Problem eine Lösung finden. 

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Wir sind Ihr Experte im Ruhrpott für die schnelle, effiziente und diskrete Reinigung von Tatorten und Messie-Wohnungen.

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